Die Funktionsweise der Kreditkarte im Überblick

Die Kreditkarte wird heute besonders schnell gezückt wenn es darum geht, eine bargeldlose Zahlung zu tätigen. Sie gehört inzwischen mit zu den beliebtesten Zahlungsmitteln und punktet vor allem mit einer hohen Sicherheitsstufe aber auch mit einer besonders praktischen Nutzungsweise. Kaum etwas ist so einfach wie die Zahlung mit der Kreditkarte. Sowohl in Geschäften oder an Tankstellen als auch im Internet ist die Kreditkarte daher ein Zahlungsmittel, das sehr gerne ausgewählt wird. Allerdings weiß kaum einer, wie die Zahlung mit der Karte selbst eigentlich richtig funktioniert. Die Funktionsweise, die sich hinter der Kreditkarte verbirgt, ist komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt. Auch wenn die Zahlung innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden kann, ist dennoch eine ganze Kette von verschiedenen Handlungssträngen notwendig, damit diese durchgeführt wird.

Bei der Funktionsweise ist zwischen einem Drei-Parteien- und einem Vier-Parteien-System zu unterscheiden. Wenn die Kreditkarte direkt vom Kreditkartenanbieter, wie bei American Express, herausgegeben wird, dann handelt es sich um ein Drei-Parteien-System. Anders ist es jedoch, wenn die ausgebende Stelle nicht der Anbieter sondern eine Bank oder ein Unternehmen ist. In diesem Fall ist es ein Vier-Parteien-System, das natürlich eines Schrittes mehr bedarf.

Die Zahlung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Der Kunde überreicht die Karte oder die Kartennummer an den Dienstleister
  2. Der Dienstleister liest die Daten ein
  3. Die Daten werden überprüft
  4. Die Validität wird geprüft
  5. Es erfolgt eine Übermittlung an die Händlerbank sowie an die Kreditkartengesellschaft
  6. Es erfolgt eine Übermittlung an die Kundenbank
  7. Die Karte oder das Konto des Kunden werden mit dem Betrag belastet

Auch wenn die Schritte selbst nur wenige Sekunden in Anspruch nehmen, so verbirgt sich hinter der Zahlung mit der Kreditkarte ein besonders komplexes System, das hier zum Einsatz kommt.

Was haben die einzelnen Bereiche davon?

Für den Kunden ist innerhalb von Deutschland und Europa die Zahlung mit der Kreditkarte in der Regel kostenfrei. Zudem müssen nicht einmal Zinsen gezahlt werden, wenn der Kunde innerhalb von einem vorgegebenen Zeitraum den genutzten Betrag an die Bank oder das Kreditkartenunternehmen erstattet. Nun stellt sich natürlich die Frage, was Bank oder Kreditkartenanbieter dann eigentlich von der Herausgabe einer Kreditkarte haben oder wie sie ihr Geld damit verdienen. Diese Frage ist für Kunden schon allein deshalb interessant, weil sich die Antwort darauf ebenfalls im Ablauf der Kreditkartenzahlung findet.

Anfallende Zinsen

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Die Kreditkartengesellschaft ist in dem Ablauf bei der Zahlung mit Kreditkarte so involviert, dass sie eine Buchung vornimmt. Die Gesellschaft erhält die Nachricht über die Nutzung der Karte und bucht die Transaktion weiter zur Bank. Die Bank zahlt dafür Lizenzgebühren an die Kreditkartengesellschaft. Hier ist zwischen Händler- und Kundenbank zu unterscheiden. Die Bank des Händlers muss die Gebühren ebenso entrichten wie die Bank des Kunden. Wer keine Lizenzgebühren zahlt, der darf auch die Zahlung mit Kreditkarte nicht anbieten bzw. die Kreditkarte nicht ausgeben.

Des Weiteren gibt es die Interbankentgelte. Die Händlerbank zahlt das Entgelt an die Kundenbank. So verdient auch die Kundenbank an der Transaktion. Wichtig dabei zu wissen ist, dass der Kunde selbst diese Gebühren bezahlt, da diese bereits in dem Betrag, der mit der Kreditkarte gezahlt wird, enthalten sind. Dies ist einer der Gründe, warum nicht alle Einzelhändler oder Dienstleister die Zahlung mit Kreditkarte anbieten. Bei einer Zahlung in Höhe von beispielsweise 100 Euro erhält die Händlerbank von der Kundenbank nur 99,50 und der Händler selbst verdient nur 99,20 Euro. Je höher die Beträge desto höher auch die Verluste für den Händler.

Wenn es sich um ein Drei-Parteien-System handelt, bei dem keine Zwischenbanken mit involviert sind, dann zahlen Händler die Gebühren direkt an das Kreditkartenunternehmen. Bei American Express liegt die Höhe der Gebühren für den Händler beispielsweise bei 1,9%.