Das EU-Parlament hat im März 2015 neue Richtlinien verabschiedet, die die Deckelung der Kreditkartengebühren betreffen. Der Verbraucher soll durch die neuen Gebührenobergrenzen künftig Geld einsparen.

Bislang gibt es europaweit keine einheitlichen Grenzen hinsichtlich der mit der Kartenzahlung verbundenen Gebühren. Des Weiteren gelten die bisherigen Verfahrensweisen als wenig transparent. Einige EU-Länder bestimmten die Gebühren per Gesetz selbst. Bislang müssen Händler für jede Kartenzahlung des Kunden Gebühren entrichten. Hierbei spricht man von einem Disagio. Die Händler wiederum schlagen diese Gebühren auf den Kaufpreis für Waren auf, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Dies wirkt sich für den Verbraucher nachteilig aus.

Mehr Transparenz hinsichtlich der Gebühren für Zahlungen im Inland und grenzübergreifende Zahlungen

Das EU-Parlament hat folgende Neuerungen beschlossen:

Zahlung mit der Debitkarte (grenzübergreifend) Zahlungen mit der Debitkarte (Inland) Transaktionen mit der Kreditkarte
Maximal 0,2 Prozent des Einkaufswertes Maximal 0,2 Prozent des Einkaufswertes für einen Zeitraum von zunächst 5 JahrenAnschließend können Händler bei der Zahlung in geringer Höhe mit Debitkarten eine Gebühr von 5 Cent je Transaktion erheben Maximal 0,3 Prozent des Einkaufswertes

Ausnahmen von dieser Regelung

Geld-Börse

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Firmenkunden und das so genannte Drei-Parteien-System erhalten eine Schonfrist und sind von den bisherigen Regelungen ausgenommen. Zum Drei-Parteien-System gehören unter anderem die Unternehmen American Express sowie Diners. Dies hängt damit zusammen, dass diese Firmen ihre Karten selbst an die Kunden ausgeben und nicht mit einem Zwischenhändler (beispielsweise einer Bank) zusammenarbeiten. Firmenkarten, die ausschließlich zum geschäftlichen Zahlungsverkehr verwendet werden, sind ebenfalls von den neuen Regelungen ausgeschlossen. Drei Jahre nach Einführung der Neuregelung soll auch das Drei-Parteien-System hiervon betroffen sein.

Beachten Sie, dass die neuen Regelungen sich ausschließlich auf die Bezahlung mit Karten beziehen und nicht auf das Abheben von Geld an einem Bankautomaten.

Prognose für die Zukunft

Ehe die Neuregelungen umgesetzt werden, muss der EU-Rat diesen zustimmen. Sie werden erst 6 Monate nach Inkrafttreten wirksam. Erst danach wird ersichtlich, ob der Verbraucher von den neuen Gebühren profitiert. Es ist davon auszugehen, dass die Finanzunternehmen, welche die Karten ausgeben, zukünftig höhere Gebühren verlangen oder Bonusprogramme und Zusatzleistungen runter schrauben, um ihren finanziellen Verlust auszugleichen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass zukünftig deutlich weniger kostenlose Kreditkarten ausgegeben werden.