Jetzt auch beim Discounter die Kreditkarte zücken

Der Siegeszug der Kreditkarten scheint sich nicht mehr aufhalten zu lassen. Die praktischen kleinen Plastikkarten sind ja nun schon seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. Immer mehr Nutzer stellen fest, wie hilfreich es ist, einfach mit der Kreditkarte zu zahlen und auf diese Weise auf Bargeld verzichten zu können. Bisher war es jedoch nicht möglich, in bestimmten Läden den Einkauf mit der Kreditkarte zu bezahlen.

Kreditkartenzahlung vereinfacht den Einkauf

©123rf.com

Eigentlich war es bisher immer ein ungeschriebenes Gesetz. Sowohl Lidl als auch Aldi schienen sich einig zu sein, dass die Zahlung mit der Kreditkarte beim Wocheneinkauf irgendwie nicht ganz so passend ist. Das hat sich nun aber geändert, denn ab sofort ist es für die Kunden möglich, auch ohne Bargeld oder EC-Karte schnell noch um die Ecke zum Discounter zu gehen und hier zur Kreditkarte an der Kasse zu greifen.

Bisher ist es noch nicht in allen Märkten möglich, die Kreditkarte zu nutzen. Lidl ermöglicht es seinen Kunden komplett ab Juli 2015. Bei Aldi wird es noch etwas dauern. In einigen Märkten gibt es zwar schon die Option, mit NFC über das Handy zu zahlen. Das ist jedoch bisher noch die Ausnahme. Bis zum September 2015 garantiert Aldi den Kunden aber, dass dann die Zahlung mit der Kreditkarte überall möglich ist. Als Kreditkarten werden VISA sowie MasterCard akzeptiert. Damit reihen sich die Discounter ein in die lange Schlange der Anbieter, die sich nun auch der Kraft der Kreditkarte gebeugt haben und den Kunden damit mehr Flexibilität gönnen. Interessant für die Kunden zu wissen ist natürlich, warum die Discounter diesen Schritt nun eigentlich gehen. Das hat nicht nur etwas mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Wer sich der Kreditkarte öffnet, der kann nachweislich auch seinen Umsatz erhöhen.

Der Grund für den plötzlichen Wandel

Für die Kunden klingen diese Änderungen bei den Anbietern natürlich erst einmal positiv. Wer sich bisher immer geärgert hat, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig war und die Zahlungen dank Kreditkarte nicht aufgeschoben werden konnten, der ist nun sicher erleichtert. Dennoch bleibt die Frage, inwieweit die Gebühren für diesen Wandel nun eigentlich auf die Kunden umgelegt werden. Schließlich ist es vielen Menschen bekannt, dass die Kosten für die Zahlung mit Kreditkarte für die Geschäfte nicht gerade gering gehalten sind.

Die Kreditkarte zücken beim Discounter

©123rf.com

Allerdings hat der Wandel der Discounter vor allen Dingen etwas mit einem besonderen Gesetz zu tun. Ab dem 9. Dezember 2015 tritt nämlich das EU-Regulierungsverfahren in Kraft. Dieses besagt, dass die Interchange ab sofort nur noch 0,3 Prozent betragen. Hierbei handelt es sich um die Kosten, die ein Anbieter tragen muss, wenn der Kunde mit der Kreditkarte bezahlt. Bisher lagen diese bei einer Höhe von 1,7 Prozent. Da ist es schon verständlich, dass sich die Anbieter eher gegen das Angebot der Zahlung mit Kreditkarte entschieden haben. Mit der Änderung der Interchange sind für die Discounter nun Kosten und Nutzen wohl in ein anderes Verhältnis gerückt. Noch immer müssen Gebühren gezahlt werden, diese sind aber besonders gering im Vergleich zu der möglichen Erhöhung des Umsatzes durch die Einführung der Zahlung mit Kreditkarte.

Was genau sich die Discounter jetzt allerdings von dem Angebot dieser Zahlungsmethoden erwarten, ist nicht so ganz klar. Fakt ist lediglich, dass die Kunden nun zur Kreditkarte greifen können. Bisher gibt es jedoch noch keine öffentliche Stellungnahme zu diesen Änderungen in den Zahlungsmodalitäten. Ob es sich wirklich lohnt, für den Wocheneinkauf die Zahlung mit Kreditkarte anzubieten, wird sich sicher erst nach einigen Monaten zeigen und dann wird auch die Zeit kommen, wo die Anbieter ein Resümee ziehen und sich dazu äußern, was ihnen die Zahlung mit Kreditkarte nun wirklich gebracht hat.